Die Quasi-Herrschaft der Maori über ihre Insel sollte aber nicht von langer Dauer sein. 1840 zwingt die britische Krone den Maori im Vertrag von Waitangi die Oberhoheit auf. Dieser Vertrag stellte die Maori mit allen Rechten unter den Schutz der Krone und sicherte Großbritannien die Souveränität über Neuseeland. 1841 wird die Hauptstadt von Okiato nach Auckland
verlegt, W. Hobson wird von Großbritannien als Gouverneur eingesetzt. In den
nachfolgenden Jahren kommt es durch die systematische Kolonialisierung
Neuseelands zu Lasten der Ureinwohner zu fortwährenden Spannungen, die 1843
im Beginn der Maori-Kriege gipfeln.
1867 erhalten die Maori erstmals 4 Sitze im Parlament und das Wahlrecht zugebilligt. In den Folgejahren entwickelt sich die Bildungs- und Infrastruktur des Landes beständig weiter: 1869 wird die erste neuseeländische Universität in Dunedin gegründet. Das Straßen- und vor allem das Schienennetz werden systematisch ausgebaut. Die Rezession um 1880 und die Einführung des
allgemeinen Wahlrechts im Jahre 1889 begünstigen die Regierungsbildung durch
die liberale Partei. Zum ersten Mal galt damals das "One-Man, One-Vote"
Wahlsystem. 1893 durften auch die Frauen an die Wahlurnen gehen -erstmalig
auf der ganzen Welt... Der Bevölkerungszuwachs zu dieser Zeit war enorm: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten bereits knapp eine Million Menschen in Neuseeland, fast die Hälfte von Ihnen auf der Nordinsel. Im Jahre 1907 erhält Neuseeland von England den Status eines Dominions und ist damit selbständig in seinen Entscheidungen.
Die Weltwirtschaftskrise 1929 trifft Neuseeland schwer. Auch in Folge der schlechten Wirtschaftslage gelangt 1935 erstmals die Labour Party an die Macht. Der neuen Regierung unter Premierminister M.J. Savage gelingt es, in den ländlichen Gebieten wieder für mehr Wohlstand zu sorgen. Die Entwicklung der Industrie wird verstärkt vorangetrieben und vermehrt öffentliche Aufträge erteilt. Where Britain stands, we stand. Mit diesen
Worten erklärt Neuseeland 1939 Hitler-Deutschland den Krieg und tritt in den
zweiten Weltkrieg ein. Neuseeländische Soldaten kämpfen in Griechenland,
Italien sowie im pazifischen Raum. Nach Ende des Krieges unterschreibt
Neuseeland 1947 im Statut von Westminster die Unabhängigkeitserklärung von
England. 1951 unterzeichnen Neuseeland, Australien und die USA den
ANZUS-Pakt, ein militärisches Verteidigungsbündnis zur Stabilisierung der
Südpazifikregion. Von 1949-1957 und 1960-1972 löst die National Party
die Labour Party an der Regierung ab. Trotz heftiger Proteste in der
Bevölkerung schickt sie von 1965 bis 1972 neuseeländische Truppen an der
Seite der USA in den Vietnamkrieg. Anschließend bemüht sich die Regierung
1972 um diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China und protestiert
erstmals gegen die französischen Atomversuche auf dem Mururoa-Atoll.
Aus der Wahl von 1984 geht die Labour Party als Gewinner hervor. Ihr Führer David Lange wird neuer Premierminister. 1986 erklärt sich Neuseeland zur atomwaffenfreien Zone und wird in Folge davon aus dem ANZUS-Pakt mit Australien und den USA ausgeschlossen. Bei einem gewaltigen Börsencrash im Jahre 1987 verlieren die Neuseeländer -unter ihnen viele Kleinanleger- mehrere 100 Millionen Dollar. Die Wahlen im selben Jahr gewinnt wieder die Labour Party. 1989 löst Geoffrey Palmer -ebenfalls ein Mitglied der Labour Party- Lange als Premierminister ab. Bis Mitte der 90er Jahr leidet Neuseeland unter
einer anhaltenden Rezession. 1991 sind beinahe 14% der Bevölkerung ohne
Arbeit. 1995 führt die Wiederaufnahme der französischen Atomtests in
Französisch- Polynesien zu massiven Protesten in Neuseeland. Die Wirtschaft
des Landes stabilisiert sich zusehend. 1996/97 sinkt die Arbeitslosenquote
unter 6% und der Wechselkurs des Neuseeland-Dollars unternimmt einen lang
anhaltenden Höhenflug. Die Landesnatur
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